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Ertrinken in der eigenen Bedeutungslosigkeit

 Ertrinken in der eigenen Bedeutungslosigkeit

 

„Bliebe sie auf dem Wellenkamm, dachte Briony, könnte sie vielleicht das Rätsel ihrer selbst lösen [...]. Waren alle Menschen so lebendig wie sie selbst? Nahm ihre Schwester sich zum Beispiel genauso wichtig, schätzte sich selbst genau so sehr, wie Briony sich schätzte? War es eine ebenso aufregende Angelegenheit, Cecilia zu sein, wie die, Briony zu sein? Besaß ihre Schwester auch ein wahres Selbst, das hinter der sich brechenden Welle verborgen blieb, und verbrachte sie ihre Zeit damit, über sich selbst nachzudenken, sich einen Finger vors Gesicht zu halten? Taten das alle Menschen? ... Falls die Antwort ja lautete dann war die Welt, die Welt der Menschen, unglaublich kompliziert: Zwei Milliarden Stimmen, und jeder einzelne fand seinen Gedanken gleichermaßen wichtig, stellte gleich große Ansprüche ans Leben und hielt sich, genau wie alle anderen, für etwas Besonderes. Ertrinken mochte man in seiner eigenen Bedeutungslosigkeit.“ Aus Abbitte von Ian McEwan.

23.3.07 23:55
 


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